Energiewende

Der Countdown für die Energiewende tickt für alle Gemeinden Deutschlands, auch für unsere Gemeinde Efringen-Kirchen.

Energiewende bedeutet: Der Ausstieg aus der Atomkraft (Beschluss der Bundesregierung 2011) plus der graduelle Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe (Öl, Erdgas) bis 2050 (Klimaschutzprogramm der BRD, 2010). Oder anders ausgedrückt: 100% Erneuerbare Energien, also Wind, Wasser, Solar, Biomasse und Geothermie bis 2050. Weil auch erneuerbare Energien nur begrenzt verfügbar sind bedeutet Energiewende auch die Reduzierung des Energieverbrauchs um bis zu 40% bis 2050. Da bei wachsender Bevölkerung und Industrialisierung weltweit der Ressourcenverbrauch zunimmt und die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen begrenzt ist, ist in Zukunft eine Wirtschaft des Maßhaltens sowohl hinsichtlich Energie als auch Ressourcen erforderlich.

Wir sprechen von der kommunalen Energiewende weil diese Ziele nur erreicht werden können, wenn jede Stadt und Gemeinde diese Ziele auf kommunaler Ebene umsetzt. Statt einer zentralen Energieversorgung durch Großkraftwerke ist die Energieversorgung der Zukunft geprägt durch viele dezentrale Anlagen der Energieversorgung (Einspeisung von Strom durch Solaranlagen, Wind- und Wasserkraft, Biogasanlagen, Blockheizkraftwerke, kommunale Heizkraftwerke). Dies eröffnet neue Perspektiven: Jeder Bürger kann Energieerzeuger werden oder sich in Form von lokalen Energiegenossenschaften an der lokalen Energieerzeugung beteiligen. So bleibt das Geld im Dorf, anstatt wie bei der Nutzung von Gas, Öl oder Kernkraft an Großkonzerne oder ins Ausland abzufließen. Dabei gilt vorrangig: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde muss schon gar nicht erzeugt werden, d.h. auch durch Energieeinsparung kann die kommunale Wertschöpfung erhöht werden.

Wie können die Energieeinsparziele und wie kann der Umbau der Energieversorgungsinfrastruktur in Efringen-Kirchen erreicht werden?

Dies ist eine große Aufgabe, die am Besten durch eine breite Bürgerbeteiligung und mit Hilfe von bürgerschaftlichem Engagement erreicht werden kann. Hierzu wurde als Bestandteil des Lokalen Agendaprozesses in Efringen-Kirchen ein dauerhafter Arbeitskreis „Energie & Klimaschutz“ eingerichtet. Eingeladen zum Mitmachen sind alle Bürgerinnen und Bürger Efringen-Kirchens. Ausdrücklich miteingeschlossen sind dabei Kinder, Frauen, Jugendliche und Senioren, denn die Energiewende umfaßt alle Lebensbereiche im Dorf. Energiebewusstes Verhalten, ob im Haushalt, bei der Ernährung oder in der Mobilität sind ebenso wichtig wie richtiges Dämmen oder die Wahl der richtigen Anlagentechnik zur Wärmeversorgung im Haus. Auch Vertreter des Gewerbes, Handels und Industrie sind wichtige kommunale Akteure, ebenso die Kirchen sowie Vereine.